logo bibliotherapie

Bibliotherapie

Bibliotherapie ist eine Therapieform, die sich die Kraft der Literatur und der gestalteten Sprache zunutze macht. Sie zählt wie die Mal- oder Musiktherapie zu den Kreativtherapien, in der Bibliotherapie ist es jedoch das Lesen und das, was beim Lesen oder auch Hören von Geschichten passiert, das den therapeutischen Prozess in Gang bringt.

Bibliotherapie 1
 
© Nicolas Mahler | Der Mann ohne Eigenschaften

Bücher können sehr vieles: Sie können Entlastung oder Trost bringen, Möglichkeiten des Denkens und Handelns aufzeigen, Mut geben, Gefühle aktivieren oder zur Ruhe kommen lassen, Erfahrungen vermitteln oder Sinn stiften. Und sie können ablenken – nicht zuletzt von uns selbst.

Die Sprache ist das Werkzeug, das es uns ermöglicht, mit den Augen eines anderen zu sehen. In der Bibliotherapie wird die Sprache deshalb zum Erkenntnisinstrument für das eigene Wahrnehmen der Welt und das Leiden an und in ihr.

Lesen Sie in diesem Interview noch mehr über das Thema.

Er hatte das Buch aus dem Regal geholt, um das Gedicht «Der Kragen» zu lesen und darin vielleicht etwas zu finden, was es ihm erleichtern würde, seinen eigenen Kragen zu tragen. Das galt ja allgemein als eine Funktion grosser Literatur: Leiden zu lindern mittels der Schilderung unseres gemeinsamen Schicksals.
Philip Roth, Die Anatomiestunde (1983)